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Ausbau Schulanlage Friedbühl, Oberhofen

Schulanlage

Im Jahr 1951 vereinte die neu errichtete Schulanlage «Friedbühl» vom Architekten Walter Niehus die Einrichtungen des Schulverbands der umliegenden Gemeinden in einem Ensemble, welches als erhaltenswerter Bau in den Bauinventar des Kanton Bern aufgenommen wurde. Die Anlage beeindruckt durch ihre feinfühlige Gestaltung und stellt ein beachtenswertes Beispiel der Schweizer Nachkriegsarchitektur dar. Unterrichtstrakt und Sporthalle wurden sorgfältig in die Topografie des nach Westen abfallenden Hangs eingeschrieben und öffneten so einen Raum, welcher der terrassierten Aussenraumgestaltung den Blick auf den Thunersee und die Berner Alpen freigibt. Die Aufgabe, den zukünftigen Bedarf an Schulraum und einer neuen Doppelsporthalle bereitzustellen, schliesst eine Bewahrung der bestehenden Qualitäten der Anlage keinesfalls aus. Die gut erhaltene Substanz des bestehenden Schulhauses erlaubt es, das Gebäude mittels denkmalgerechter Massnahmen zu erhalten und einer neuen Schulnutzung zuzuführen. Die ehemalige Sporthalle der Anlage weicht dagegen einem neuen Klassentrakt, der die Figur des Ensembles erhält und sich über einen ebenfalls neu errichteten Zwischenbau mit dem Bestand vereint. Trotz der funktionalen Anpassungen und räumlicher Erweiterung bewahrt die Anlage so ihre ortsbauliche Bindung zum bestehenden Quartier und steht gleichzeitig für eine Kontinuität in der baulichen Entwicklung der gesamten Anlage. Während die hangabwärts verortete Halle sich harmonisch in den vorhandenen Geländeverlauf einbettet und so dem Schultrakt die wertvolle Aussicht lässt, sortiert sie die sportlichen von den schulischen Nutzungen und fasst zwischen den alten und neuen Baukörpern einen gemeinschaftlichen Ort der Mitte. Die Umgebung der Schulanlage «Friedbühl» ist landschaftlich durch die Topographie des zum Thunersee abfallenden Hanges geprägt. Grüne Böschungen, welche die Schulanlage auf unterschiedlichen Höhen in Bändern durchfliessen, machen dieses starke Element erlebbar. Sensibel ins Terrain eingepasste, asphaltierte Wegverbindungen vernetzen die Anlage mit dem Quartier und verbinden die neu entstehenden Aussenräume. Ein für die Umgebung wichtiges Element ist die bestehende Blutbuche im Zentrum der Anlage. Die strukturell begründete Vertikalität der Fassadengestaltung stärkt einen eigenständigen Ausdruck der Neubauten und wahrt in seiner Verwandtschaft zum Bestandsbau den Zusammenhalt des Ensembles.

Titel: Ausbau Schulanlage Friedbühl
Ort: Oberhofen am Thunersee
Veranstalter: Schulverband Hilterfingen
Verfahren: Selektive zweistufige Gesamtleistungsstudie
Rang: 3. Rang
Wettbewerb: 2017 - 2018

Totalunternehmer: schaerholzbau AG
Landschaftsarchitektur: Atelier Oriri GmbH