Statik: Büro Thomas Boyle, Zürich
Landschaftsarchitektur: Kuhn Truninger, Zürich

Erweiterung Kongresszentrum, Interlaken

Offener Projektwettbewerb 2005 | 3. Rang

Städtebauliche Strategie und architektonischer Ausdruck

Die auf den ersten Blick innenräumlich konzipierte Aufgabe hat durch den öffentlichen Charakter ihrer Nutzung einen bedeutenden inhaltlichen Bezug nach aussen. Das Projekt für die Erweiterung des Kongresszentrums von Interlaken versteht sich als ostseitiger Abschluss der historischen Anlage. Ein solider Gebäudekörper wird an den Bestand angebaut und schafft über sein einladendes Vordach einen ausdrucksvollen neuen Haupteingang, welcher vom Höheweg aus wahrgenommen wird. Die Massstäblichkeit und die vielschichtige Struktur der bestehenden Anlage werden über Differenzierungen in der Höhenentwicklung des Volumens und über unterschiedliche Dachaufbauten ohne Anbiederung aufgenommen. Die Eingriffe in die bestehende Substanz werden für die gesamte Erweiterung auf ein Minimum reduziert.

Umgebungsgestaltung

Der bestehende Kursaal mit seiner Schaufront und die geplante Erweiterung mit dem neuen Haupteingang weisen je einen autonom vorgelagerten Freiraum auf: Einerseits die bestehende Parkanlage, die vollständig erhalten wird, und andererseits den neu projektierten Platz, der in seiner Ausgestaltung über eine normale Parkierungsfläche hinausgeht und auch ungenutzt eine hohe Aussenraumqualität aufweist.

Innere Organisation

Die Organisation des Neubaus beruht massgeblich auf einer Schnittlösung. Der Problematik der inneren Verknüpfung mit dem Bestand wird mit einem zweigeschossigen, inszenierten Foyer entgegengewirkt. Dieses entwickelt sich einem Weg gleich vom neuen Haupteingang bis hin zum Herzstück der jetzigen Anlage, dem Theatervorplatz. Über Kaskadentreppen gelangt der Besucher an den Eingängen zum Kongresssaal vorbei zu einer als Brücke ausformulierten Passage über dem Küchentrakt. Diese nimmt die Café-Bar auf und mündet in einer grosszügigen Wendeltreppe, welche auf den Theatervorplatz führt. Begleitet wird der gesamte Weg von vielfältigen Ausblicken, vor allem die beeindruckende Bergkulisse im Norden wird über grossformatige Verglasungen schon zu Beginn des Foyers ins Blickfeld gerückt.